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Kommende Lengmoos - Klobenstein


Kommende Lengmoos - Ritten - Klobenstein

Straße: 
Klobenstein
Plz/Ort: 
I-39054 Ritten - Klobenstein (BZ)
Tel.: 
+39 0471 356100


Seit es alpenüberschreitenden Verkehr gibt, ist der Paßweg über den Brenner als niedrigster Alpenübergang immer der wichtigste Nord-Süd-Weg gewesen. Heute wird der Rittner Berg von der Brennerstraße nur mehr berührt, im Altertum und im Mittelalter führte der Weg quer über den Ritten und war daher für Wirtschaft und Kultur dieses Berggebietes von großer Bedeutung.

Im Verlauf dieses Straßenzuges, der erst durch die dauerhafte Verkehrserschließung der wilden Eisackschlucht zwischen Kollmann und Bozen seine Wichtigkeit verlor, war Lengmoos seit jeher die Paßhöhe zwischen dem Auf- und Abstieg vom Eisacktal bzw. zum Bozner Becken. Als daher um 1200 vielerorts im Land im Gebirge Hospize entstanden, war das in Lengmoos das erste, dem zur besseren Dotierung eine ganze Pfarrei, nämlich die Pfarrei Ritten, geschenkt wurde.
Ein authentische Abschrift der Schenkungsurkunde aus dem 1211 befindet sich im Codex Wangianus des Trientner Bischofs Friedrich von Wangen, unterschriebn von mehr als 20 Personen. Das Hospiz Lengmoos muß daher schon vor 1211 bestanden haben, doch geriet es trotz seiner großzügigen Ausstattung bald in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weshalb es 1235 dem Deutschen Orden zur Führung anvertraut wurde. Im 14. Jahrhundert, nachdem der Hauptverkehrsweg ins Tal verlegt wurde, scheint statt des Hospizes eine Kommende, also eine Ordensniederlassung des Deutschen Ordens auf.

Durch einen Brand während der Bauernkriege im 16. Jahrhundert ist der größte Teil des mittelalterlichen Baubestandes vernichtet worden. Erhalten sind noch die spätgotischen Gewölbe (Kapitelsaal) im Erdgeschoß, die wohl unter dem Landkomtur Heirnich von Knörignen errichtet worden sind.

Die heutige Form des Baues als mächtiger Mauerkubus mit Pyramidendach entstand um 1650 unter Komtur Georg Nikolaus Vintler von Platsch. Die prächtigen Reiteröfen in den Prunkräumen des ersten Obergeschosses, wichtige Zeugnisse der heimischen Hafnerkunft, stammen aus dieser Zeit.

Als künstlerischer Höhepunkt erfolgt um 1740 die Ausstattung der vier Repräsentationsräume mit Stukkdecken und bemalten Tapeten. Die Stukkaturen sind im sogenannten Bandwerk gehalten und zeichnen sich durch besondere reiche und formvollende Gestaltung aus. Die Tapenten sind in schlechtem Zustand und mußten daher weitgehend restauriert werden. Dargestellt sind biblische Szenen, Episoden aus der Geschichte des Deutschen Ordens und Jagden am pfalzgräflichen Hof, an denen Komtur Anton Ingenuin von Recordin, der Auftraggeber der kostbaren Ausstattung, teilgenommen hatte.

Nach der vor einigen Jahren erfolgten Neueindeckung der gewaltigen Dachfläche wurde 1988/89 auf Initiavie des Kuratoriums Kommende Lengmoos ein weiterer Sanierungschritt unternommen, indem die Räume im zweiten Obergeschoß für kulturelle Zwecke wiedergewonnen wurden.
Seit Herbst 1989 betreibt das Kuratorium dort nun ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm mit Kammermusikabenden, Lesungen, Vorträgen und Kunstausstellungen, das die Kommende als kulturellen Strahlpunkt für den ganzen Ritten wiederzugewinnen trachtet.

Der stimmungsvolle Innenhof der Kommede wurde durch die Laientheaterinitiative der Rittner Sommerspiele saniert und wird seit 1973 alljährlich zwischen dem 25. Juli und 15. August für Freilichttheater genutzt.


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