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Gais-Uttenheim


Gais-Uttenheim - Gais/Uttenheim

Tourismusverein: Gais-Uttenheim
Straße: 
Ulrich v. Tauferstr. 5
Plz/Ort: 
I-39030 Gais/Uttenheim (BZ)
Tel.: 
0474 504220
Fax: 
0474 504031


Gais/Uttenheim

Gais befindet sich, eingebettet in Wiesen und Wäldern, zwischen Schloß Kehlburg und Schloß Neuhaus.

Badesee in Gais

Das Dorf befindet sich am Eingang des Tauferer- und Ahrntales, in unmittelbarer Nähe von Bruneck. Die Gemeinde Gais umfasst die Fraktionen Uttenheim, Tesselberg und Mühlbach.

Rodelbahn für Gross und Klein

Das Wort Gais kommt auf dem Indogermanischen ghid ( Gisse, rinnen )und bedeutet Anschwemmungsland. Darauf weist augenfälligst der große Murkegel aus dem Bärental hin. Landwirtschaft, Handwerk, Handel, holzverarbeitende Industrie, Baumaterialien und Fremdenverkehr haben Gais so anwachsen lassen, daß der alte Dorfkern kaum mehr erkennbar ist.

Sommerkonzerte am Badesee

Das Juwel des Dorfes ist die Pfarrkirche im romanischen Baustil.

Wanderziel Schloss Neuhaus

In einer guten Viertelstunde von der Talstraße bei Gais oder einer knappen Stunde auf einem stillen und angenehmen Waldweg von Uttenheim erreicht man

SCHLOß NEUHAUS

Welches sich in schöner Verbundenheit mit der Landschaft, umrauscht von riesigen Laubbäumen aus seiner Hügelkuppe präsentiert. Auf dem stimmungsvollen Schloßplatz, von wo aus man weit ins Tal schaut, wird man im Schatten wilder Kastanien vor der Burgschenke zur Rast eingeladen, und wer es vom Anstieg hier herauf „im Kreuz spürt“, der sollte sich von den wilden Kösten eine in die Tasche stecken, was nach der Volksheilkunde sehr hilfreich sein soll.

Die B a u g e s c h i c h t e der Burg ist schnell erzählt.
Der ursprüngliche Bau war, nach den Mauerresten zu urteilen eher klein und bescheiden, auf diesem wenig bewehrten Hügel, der wahrscheinlich auch ein prähistorischer Siedlungsplatz war, Ende des 12. Bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts von den Herren von Taufers als das „Neue Haus“ (daher „Neuhaus“) errichtet worden. Seine Reste liegen heute völlig in Trümmern und hat einen mit Benützung der alten Mauern völlig erneuerten Palast, von dessen Ecken aus die Ringmauer den Hügel emporsteigt und den viereckigen Bergfrit mit regelmäßigen Steinlagen einschließt, der hinten einen Nebeneingang mit einem kleinen Zwinger und einem Halsgraben aufweist. Im fünften Jahrhundert des Bestehens (etwa ab 1600) verfiel das Gemäuer immer mehr und es war um 1800 nur noch eine Ruine. Deshalb baute der damalige Besitzer Graf von Künigl im Jahre 1752 seinem Pfleger das zu Füßen des Hügels liegende barocke Pflegerhaus als Refugium. Erst als die verfallene Anlage des Schlosses 1924 von dem Grafen Dr. Cäsar Straßsaldo-Grafenberg erworben wurde, kam dem neuen Besitzer in der Folge das Verdienst zu, die Burg vollständig und in der heutigen Form zu erneuern.

Wenn auch die wechselhafte Geschichte dieser weniger trutzigen als vielmehr freundlichen und bescheidenen Burg nicht immer friedlich verlief, so hat sie doch in kunstinteressierten Kreisen einen klangvollen Namen.

Das war zunächst Oswald von Wolkenstein, der um die zwanziger Jahre des 15. Jahrhunderts hier als Pfleger der Görzer Grafen einige Jahre seines unsteten Lebens verbrachte. Ein dichterisches Zeugnis aus dieser Zeit ist seine „Jetterin von Lanebach“, worin er den Vogelfang auf dem Berg ober Schloß Neuhaus schildert, und daß ihm dabei nicht nur gefiederte Gesellen, sondern auch eine hübsche Jetterin (Unkrautjäterin) in die Falle ging. Dann wurde um die Jahrhundertwende die Künstlerfamilie Bacher, die schon seit 300 Jahren hier in Gais stets einen Maler oder Bildschnitzer in der Familie nachweisen kann, Besitzer das Schloßpflegerhauses und machte diesen schönen geschlossenen Barockbau fast ein Jahrhundert lang zur künstlerischen Wirkungsstätte. Und letztlich fand der berühmte amerikanische Dichter Ezra Pound, der mit seinen Pisaner Gesängen eines der „gewaltigsten und zugleich rätselhaftesten lyrischen Werke unseres Jahrhunderts“ schuf, während der Wirren des zweiten Weltkrieges auf Schloß Neuhaus ein Refugium für sich und seine Familie. Um das Jahr 1600 erweckte die Burg, wie bereits erwähnt, einen sehr vernachlässigten Eindruck und sein Besitzer, der fürstlich-brixnerische Rats- und Kammerherr Hans Jakob Söll von Aichberg, kümmerte sich nicht sonderlich darum, sondern war mehr auf Erhaltung und Errichtung kirchlicher Stätten bedacht. So widmete er sein Augenmerk zunächst auf die Erneuerung der Schloßkapelle.

Ob eine Kapelle bereits vorher dort stand, ist nicht gewiß, aber der ungewöhnlich massive Turm des Kirchleins mit Buckelquadern ist zumindest ein Teil der ursprünglichen Burgbefestigung. Wer die Kapelle besucht (der Schloßwirt händigt den Schlüssel hierzu aus), ist überrascht, wie glücklich darinnen sich alles zusammenfügt: der polygonale Chorabschluß, das Gratgewölbe, die Spitzbogenschallfenster, der schöne Altar, der allerdings bei der Kapellenweihe durch Weihbischof Simon Feuerstein am 9. November 1603 mit dem Patronizium Mariä Heimsuchung noch nicht errichtet war, denn Weingartner datiert ihn auf 1618, der zu Anfang des 19. Jahrhunderts auch umgebaut wurde. Dagegen spricht allerdings die Pfarrchronik Gais von einer Kapellenweihung mit Altar.
Im Jahre 1714 wurde durch Fürstbischof Graf von Künigl ein weiterer Altar auf der Evangelienseite zu Ehren des hl. Johannes Evangelist geweiht, der jedoch nicht mehr vorhanden ist.

Schließlich wurde 1771 in der Kapelle auch ein Kreuzweg errichtet.

In dem Kirchlein ist auch das Stifter-Ehepaar beigesetzt, und zwar unter einer Marmorgrabplatte mit bronzenem Medaillon, welche die Inschrift trägt: „Hie ligen Hans Jacob Söll und Elisabeth Grienpergin, Stifter, dene Gott gnad, Amen.“
Übrigens wurde die Kapellenweihe bereits mit zwei Glocken eingeläutet, auf denen Maria mit dem Kind, das Söllsche Wappen sowie weitere Siegelabdrücke zu sehen sind.

Dem Schicksal des Kirchenraubs entging auch diese hübsche Kapelle nicht. Anfang Oktober 1978 wurden aus ihr zwei Madonnenfiguren und mehrere Kerzenständer gestohlen.
Nun währte es nach ihrer Errichtung im Jahre 1601 nicht lange, da war die Schloßkapelle auf Neuhaus auf wunderbare Weise als Wallfahrtsort gerühmt, und das kam so: Beim Bau wurde der italienische Arbeiter Max Zocchi von einem Lärchenstamm so arg am Kopf getroffen, daß man ihn für tot hielt. Man trug ihn ins Schloß, wo der Baumeister die übrigen Arbeiter aufforderte, sich zu knien und zu unser lieben Frau zu beten. Daraufhin kam der vermeintliche unfalltote Maurer bald wieder zu sich, fing an zu reden und war am nächsten Tag wieder munter bei der Arbeit. Die beiden Meister Anton und Bartholomäus Prelatti sowie deren sieben Mitarbeiter bezeugen diesen Vorfall mit ihrer Unterschrift in einer Urkunde, die sich heute noch im Pfarrarchiv Gais befindet.

Schnell wurde diese wundersame Begebenheit überall im Lande verbreitet und einige Jahre später (1608) berichtete man aus der Pfarre Kolsass über die Anrufung der Muttergottes von Neuhaus von einem neuen Wunder.

Margarethe Huber, Frau des Kaspar, Gastwirt in Wattens war infolge des Kindbettfiebers sterbenskrank. Sie versprach der Mutter Jesu von Neuhaus ein Wachsbild, wenn sie wieder gesund würde, was sie in wenigen Tagen auch war. Bezeugt wird dies mit einer Urkunde (ebenfalls im Pfarrarchiv Gais) durch Jakob Schwarz, Priester in Wattens, und Georg Schulderbacher, Gerichtsschreiber von Rattenberg, mit ihren Unterschriften.

Pilger aus allen Teilen des Landes suchten fortan in großer Zahl die Gnadenmutter von Neuhaus auf, so daß auf dem Schloßplatz vor dem Kirchlein wohl ständig reges Leben herrschte und das bischöfliche Konsistorium in Brixen letztlich nicht umhin konnte, die Wallfahrer durch einen ständig anwesenden Kaplan betreuen zu lassen, worum der Stifter Hans Jakob Söll (der im Jahre 1610 auch eine ständige Samstagsmesse in der Kapelle stiftete) dringend ersucht hatte, damit die Hilfeflehenden hier oben in ihrer Not nicht sich selbst überlassen waren, sondern auch priesterlichen Rat und Trost erhielten.

Gregor Güetel von Rodenegg war der erste Geistliche, der 1633 mit der religiösen Betreuung der Pilger beauftragt wurde, und zwar mit der Vollmacht, dort auch Beichte zu hören und die heiligen Sakramente zu spenden. 1644 wird noch ein weiterer Kaplan, nämlich Johannes Piaza, auf Neuhaus erwähnt. Aber draußen vor den Grenzen des Landes stand um 1633 bereits der Würgengel Pest, der drei Jahre später auch ins Tauferer Tal schlich, um hier wie überall anderswo Schrecken und Angst, Not und Tod zu bringen.

Ort- und Talschaften wurden streng abgesperrt, und so wartete die Muttergottes von Neuhaus in diesen Jahren vergeblich auf die vielen Menschen, die ihre Führsprache hier so sehnlichst erfleht hätten. Und wie durch ein Wunder blieb der Wallfahrtsort mit dem zu Füßen des Burghügels liegenden Ortes Gais von der Pest verschont, während sie in allen umliegenden Dörfern des Tales so fürchterlich grassierte – und nicht wenige verdankten dies der Gnadenmutter von Neuhaus.

Mit dem Bau der Wallfahrtskapelle aber waren die Pläne des frommen Schloßbesitzers noch lange nicht erschöpft, uns so tat sich auf Neuhaus um diese Zeit noch vieles.

Er ließ südlich des Burgkirchleins eine weitere Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria und der Mutter Anna – im Volksmund Annakapelle geheißen-errichten, die am 31. Juli 1611 von Weihbischof Simon Feuerstein samt Altar geweiht wurde. Leider war diese Kapelle um die Jahrhundertwende so verfallen, daß sich eine Renovierung nicht mehr lohnte, und so wurde sie im Jahre 1901 mit Billigung des Ordinariats abgebrochen. Der Altar war bereits vorher execriert. Ein weiteres Kapellchen ließ der Schloßherr um die gleiche Zeit zu Ehren des heiligen Evangelisten Johannes bauen, die wahrscheinlich unterhalb des Schlosses am Wechselebenbach stand und ebenfalls von dem vorgenannten Bischof geweiht war. Aber dies Kapelle war bereits 60 Jahre später wegen Mängel bei der Errichtung baufällig und wurde (vermutlich 1714) durch Wildbacheinfluß endgültig zerstört. Das Altarbild des hl. Johannes Evangelist, welches dabei in die Schloßkapelle überführt wurde, hatte auf der Rückseite die Inschrift, daß alle Altäre der drei Kapellen von Neuhaus sowie dieses Johannesbild von „Mathäus Barät, Bildhauer in Taufers“, gemalt wurde.

Ein außergewöhnliches Vorhaben aber verwirklichte Hans Jakob Söll in den Jahren 1611 bis 1620 dann oberhalb des Schlosses „an einer ungemein lieblichen Stelle im Waldesdunkel des Bergabhanges“ (Siessl), nämlich den Bau der St. Magdalena – Kapelle, verbunden mit einer Einsiedlerklause. Diese Klause war dann nahezu 140 Jahre lang belegt und als die Einsiedler dann schließlich ausblieben setzte auch der Verfall der Kapelle ein. Schließlich war sie eines Schusters Rumpelkammer. Zunächst aber hatte die Kapelle nach ihrer Errichtung eine gewisse Bedeutung. So erteilte am 12. Mai 1639 Papst Urban VIII. auf Antrag des Erbauers für die Maria-Magdalena-Kapelle einen vollkommenen Ablaß am Feste Maria-Magdalena, und zwar für sieben Jahre. Von den überlierfertes sechs Eremiten sollen fünf recht bußfertige und fromme Männer gewesen sein, die zum Teil dort oben über das Neuhaus auch ein hohes Alter erreichten . Nur einer von ihnen, ein Franziskaner namens Veith Pock, soll ein recht lebenslustiger Einsiedler gewesen sein und das Konsistorium in Brixen stellte ihn daher vor die Alternative, entweder den Habit abzulegen oder innerhalb eines Monates das Gebiet des Bistums zu verlassen. Als ihm dann auch noch das Almosensammeln verboten wurde, scheint er sich in der Lebensweise gebessert zu haben. Man erteilte ihm somit auch wieder die Aufenthaltserlaubnis, jedoch wurde ihm eingeschärft, daß er künftig wieder in der Pfarrkirche zu Gais an Sonn- und Feiertagen den Gottesdienst zu besuchen habe einschkie0lich des Sakramentenempfanges, und daß er außerdem die Wirtshäuser total meiden müsse.

Von der Wanderlust besessen, stellte Pock auch den Antrag, nicht nur im Dekanat Bruneck , sondern auch im Dekanat Innichen Almosen sammeln zu dürfen. Im Jahre 1695 mußte er sich sogar gegen Vorwürfe verteidigen, Vater des Kindes der Kraxentragerin Magdalena Anstaiger aus Vintl zu sein. Vor dem Brunecker Dekan Thomas von Morenberg als bischöflicher Kommissar schwor er jedoch, daß er in dieser Angelegenheit unschuldig sei.

Im Jahre 1947 brannte die Magdalenakapelle samt der Klause aus unbekannter Ursache nieder, so daß sich heute dort nur noch Trümmer dieser Bauten erheben, mehr und mehr dem Verfall preisgegeben.

Auch beim Bauernaufstand im Jahre 1525 machte Schloß Neuhaus von sich reden. So verjagten die Revoluzzer am 14. Mai den Schloßpfleger und besetzten die Burg mit einem „Revolutionsausschuß“. Mehrere Tage lang versteckte sich der Pfleger aus Angst um sein Leben in den umliegenden Wäldern, in denen es zu damaligen Zeit noch Bären und Wölfe gab, bis er „unter sicherem Geleit“ auf das Schloß zurückkehrte. Die Aufrührerischen ließen nun mit sich reden und handelten ihm das Versprechen ab, innerhalb von vier Tagen tausend Gulden zu zahlen, den Zehent abzuschaffen u.a.m. Dieser Aufstand ging jedoch recht schnell zu Ende und wurde mit viel Blut bezahlt.

Einige Jahre später fand dann die Sekte der Wiedertäufer im Tauferer Tal recht viel Anklang und der Pfleger Friedrich Fueger von Taufers hatte alle Hände voll zu tun, dieser neuen religiösen Richtung Herr zu werden, zumal er schon mehrmals „von oben“ ermahnt war, schärfer durchzugreifen. So ließ er dann in seinem Übereifer sechs Tage vor Weihnachten 1533 dem Pfleger des Schlosses Neuhaus auflauern, als dieser seinen Gerichtssprengel verließ, und nahm ihn mit der Begründung fest, den „Anabaptisten“ Unterschlupf und Vorschub geleistet zu hab. Der Neuhauser Pfleger Erhard Zimmermann, ein einfacher Bauer, der mit der Sache nichts zu tun hatte, wurde vermutlich denunziert, und so konnte Fueger sein Vorhaben nur schwerlich rechtfertigen. Zimmermann wurde dann auch auf Einschreiten der Regierung in Brixen nach einigen Tagen wieder freigelassen. Vielleicht bestand unter den benachbarten Pflegern auch eine persönliche Rivalität. Der Tauferer Pfleger hatte allerdings mit dieser aufsehenerregenden Verhaftung erreicht, daß sich die wirklich Gefährdeten eiligst aus dem Staub machten und ihre Tätigkeit zumindest für eine gewisse Zeit woanders hin verlegten.

Um das Jahr 1840, als die Cholera ins Tal einzufallen drohte, entsann man sich der schrecklichen früher hier grassierenden Seuche und unternahm alles, um dieser erneuten Gefahr vorzubeugen, wobei die Regierung insbesondere mehr Hygiene verlangte. So wurden unter anderem nun überall Quellen genutzt, besonders jene, von denen eine heilende Wirkung bekannt war oder man sich eine solche davon versprach. Auch Bauer Ebner, der gerade um diese zeit das Schloß erworben hatte, der Burg aus granitischem Gestein mit einer (später festgestellten) Radioaktivität von 8,4 ME entspringen. Bald entstand auch eine Badehütte, die mit der Burgschenke verbunden war und 40 Badegäste aufnehmen konnte, von denen die Hälfte auch dort wohnten, Der Eisen-, Kalk- und Alaungehalt des Wassers soll sich bei der Behandlung von Nerven- und Magenleiden, Geschwüren und Wunden vorteilhaft bewährt haben, obwohl sich die Medizinkundigen immer wieder gegen solche Wildbadlen wehrten, weil dies zwar „den Gesundten etwas nutz und annehmblich“ sein können, den Kranken aber, die in erster Linie hier Heilung suchen, nur zum körperlichen Schaden gereichen, insbesondere, weil alles ohne ärztliche Kontrolle geschieht, wie z.B. Temperatur, Geruch und Geschmack des mineralischen Wassers, Exzessen im Essen und Trinken, wörtlich „Badewildigkeit“, Fraß, Völlerei und auch Unzucht.

Nun, wie rege oder gar lustig dem Schloßplatz zuging, ist nicht überliefert, aber nach dem Motto „Wo ein guter Wein zu verkauffen, da muß man einen Krantz aushängen“, wird auch der Burgwirt an den durstigen und lebenshungrigen Gästen manchen Gulden verdient haben.

Im Jahre 1924 machte dann ein Brand, dem die Badeeinrichtumg zum Opfer fiel, dem „heilsamen“ Leben hier oben ein jähes Ende und niemand wagte bis heute, dieses urspringende mineralische Wildbad wieder zu neuem Leben zu erwecken, damit die „Badwilden wieder bis an den Hals vesenkt in den Wannen brühen dämpfen und braten“ und unnatürliche Übungen machen „als da seynd continuierliches Dantzen, Springen, Hupfen und Jagen, ungeheueres Geschrey, übermässiges Kögelscheiben, daß man schitzet wie die Schneider, wann sie essen,wodurch die besten Geister durch die Schweißlöcher gäntzlichen dissipieret und verlohren werden“ und davon vieles mit „starken Afecten und Gemütsbewegungen, als Zorn, Melancholey und Schwärmütigkeit, massen kein Ding das menschliche Geblüt und Geist mehr alterieret und des Bads Würkungen verhindern...“. Und nur die munter zu Tal springenden Quellen erzählen noch von jenen längst vergangenen Tagen.
Schloß Neuhaus ist bedauerlicherweise auch mit einer tragischen Bluttat verknüpft, die sich im letzten Jahre des ersten Weltkrieges auf dem hoch über dem Schloß befindlichen einsamen Berghof Wechseleben zutrug. Im Schlosse waren ungarische Soldaten einquartiert, wilde Burschen, von denen sogar ihre eigenen Offiziere Angst hatten. Am frühen Morgen des 29. Juni 1918 dessertierte ein Soldat dieser Truppe, erklomm sodann den steilen Berghof, erschoß bei seinem Raubzug den Bauern und erstach auch dessen 15jährigen Sohn. Eine 13jährige Tochter konnte sich schwer verletzt unter dem Backofendach verstecken uns sich später zu Tal schleppen, um Hilfe zu holen. Wäre die Bäuerin mit den übrigen Kindern in dieser Nacht nicht im Tal geblieben, hätte die grausame Tat sicherlich noch schrecklicher ausfallen können.


SCHLOß NEUHAUS UND SEINE BESITZER

Errichtung der ursprünglichen Burg Ende des 12. Bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts durch die Herren von Taufers (vermutlich Ulrich IV.) als ihr neues Haus (


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